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181

Freitag, 30. Dezember 2016, 00:45

Nimbus III, Paradise City

Kelly und Ian O'Brian hatten sich mit Unterstützung der Sternenflotte einem Epsilon-Frachter angeschlossen. Claire hatte sich für die Ablenkungsmanöver einiges einfallen lassen. So würden die Klingonen einige magnetisierende, etwa einen Latinumstreifen grosse Sprengladungen in ihre Metallbecher kleben, die mit einer besonderen Hülle versehen waren, um ein Scannen zu vermeiden. Klingonen hatten die Angewohnheit, mit ihren Bechern um sich zu werfen, wenn sie besonders gut gelaunt waren. Genau das sollten die drei Klingonengruppen tun, die Claire und Alec letztlich erstellt hatten: eine Dreiergruppe und zwei Paare, die sich unter die Gäste mischen sollten. Das entprach etwa der Anzahl der Führungsoffiziere eines Birds of Prey.

Als der Frachter 'pünktlich' in den Orbit von Nimbus eintrat, wickelte die Crew ihre Geschäfte ab, während Claire und Alec von Bord gingen und sich zunächst in eines der Häuser einquartierten, die ihnen als Unterkunft zugewiesen waren. Dann schlenderten sie wie zwei der zahlreichen zwielichtigen Touristen durch die Siedlung, tätigten unverfängliche Einkäufe und versuchten sich möglichst völlig normal zu verhalten. Nebenbei besuchten sie ab und an das Casino. Der Raum mit den internen Sensoren war bewacht, aber es gab eine Art Abstellraum einige Meter entfernt. Dort würden sie sich hineinquetschen. Ein versteckter Scan versprach genügend Platz, um das Equipment aufzubauen, mit dem die Sensoren manipuliert oder deaktiviert werden konnten. Weitere Scans lieferten die Informationen, die sie brauchten, um die Sensoren zu verwirren und die Kommunikation lahm zu legen, ohne dass es wie Sabotage aussehen würde. Es würde aber damit zu rechnen sein, dass der eine oder andere Techniker mal nachsah. Dann mussten sie je nach Situation handeln.

Die meiste Zeit hielten sie sich aber auf irgendwelchen Basars und in verschiedenen Bars auf. Zum einen, um die anderen aus dem inzwischen angewachsenen Team zu treffen, zum anderen, um von ihren Aktivitäten im Casino abzulenken.
Lieutenant Alec Axevin
Leitender Operationsoffizier
USS New Age

Captain Alec McDonald
Kommandierender Offizier
USS Galahad
(u.a.)

Patrice

Nach 15 Jahren immer noch nicht Captain

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182

Samstag, 31. Dezember 2016, 19:29

Nimbus III, Paradise City, 06.09.2388

Unser erster Eindruck war die trockene Wüstenhitze, die überall in der Luft lag. Wir befanden uns im besten Viertel von Paradise City, aber von soetwas wie Klimakontrolle hatte man hier wohl noch nie gehört. "Hui, ich hätte mehr Kleidung mitnehmen sollen. Ich hab mein Hemd jetzt schon durchgeschwitzt." kommentierte ich nach einer Minute.
Wir waren auf dem Weg zu einem Hostel, das unsere Unterkunft für ungefähr die nächste Woche sein würde. Der Boden unter unseren Füßen war sandig und schmutzig. Man sah nur wenige Leute auf der Straße, diejenigen, die man sah, blickten uns mißtrauisch an. Dabei hatten Blanca und ich schon extra schlechte Kleidung rausgesucht.
WIr erreichten das Hostel, wo ein gut gelaunter Suliban hinterm Tresen saß. "Wie kann ich helfen?" fragte er.
"Dupin, ich habe ein Zimmer für mich und mein Püppchen hier reserviert." Der Suliban lächelte. "Und sogar bezahlt. Wie großzügig von Ihnen. Das spart mir viel Aufwand. Ich hasse es, Gästen die Geldeintreiber hinterher schicken zu müssen." Ich nickte. "Ich hasse es, Kleingeld mit mir rumschleppen zu müssen. Daher die frühe Bezahlung."
Der Suliban bekam große Ohren (jedenfalls für einen Suliban). "Vielleicht kann ich Sie für ein Upgrade interessieren, wenn die Rechnung für Sie nur Kleingeld ist. Für nur 1 Streifen Latinum mehr kann ich Ihnen wahren Luxus bieten." bot der Mann an.
Ich schüttelte den Kopf. "Ich werde die Zeit eh kaum auf dem Zimmer verbringen." sagte ich.
"Eine Schande, bei so einer hübschen Freundin." kommentierte der Suliban leise.
"Keine Sorge, ich komm auf meine Kosten. Steck deine Nase in deine eigenen Anlegenheiten." gab M/Blanca scharf zurück.
"Natürlich." antwortete der Hostelangestellte und reichte ein Padd zu mir. "Ihr Schlüssel. Angenehmen Aufenthalt." wünschte er.
Als ich das Zimmer betrat, ließ ich erschrocken meine Tasche fallen. "Ich geh nochmal zurück. Wir nehmen das Upgrade." sagte auch M/Blanca angeekelt.
Commander Patrice Patel - 1. Offizier der USS New Age
Admiral Patrice "Rick" Dimanche und Prof. Dr. Gresk - Schulschiff Pioneer

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Sonntag, 1. Januar 2017, 11:22

Nimbus III, Casino

Bis zur Ankunft der übrigen Crew nutzten Ian/Alec und Kelly/Claire die Zeit, um einige Vorbereitungen im Casino zu treffen. Das einzige auffällige an Ihnen war, dass sie zwar Stammgäste wurden, aber stets den Tisch wechselten. Sie spielten Dabo und einige der Kartenspiele. Nebenbei schmissen sie ein paar Runden, um ihren 'Hochzeitstag' zu feiern.

Nachdem schliesslich einige der Standvasen mit kleinen und handlichen Emittern nach dem Vorbild der Gürtelschnallen ihrer 'Klingonen' ausgestattet waren, beschränkte sich das Paar nur noch auf das Trinken und Spielen. Dabei erwies es sich as sehr hilfreich, im Hotelzimmer eine ordentliche Portion eines Antibiotikums und eines Alkoholblockers einzunehmen. Der Doktor hatte nicht übertrieben. Die Getränke waren gut. Das meiste war nicht repliziert und einiges schmeckte nach Typen, die auf der Suche nach billigen Arbeitskräften waren.

Die Unterkunft war gut, aber nicht luxoriös. Die Tatsache, dass sie auch als Absteige der Waterloo-Crew gehörte, war Teil ihres Plans. Sie wollten herausfinden, wo die Waterloo geblieben war. Da das Quartier vom Geheimdienst der Sternenflotte und vermutlich auch von Sektion 31 genutzt wurde, waren sie sicher. Ein Kontaktmann hatte ihnen berichtet, dass sich Captain Armstrong inzwischen mit dem Schiff in der ehemaligen romulanischen neutralen Zone aufhielt. Also nichts neues. Neu war nur, dass er dort offensichtlich einen Ort gefunden hatte, an dem er sich versorgen konnte, denn hier auf Nimbus war er seit ihrem letzen offiziellen Einsatz für die Sternenflotte nicht mehr. Und der endete, als Alec auf die New Age versetzt wurde. Das schien schon eine Ewigkeit her zu sein.

Das genügte erst mal und die beiden konzentrierten sich auf ihre Aufgabe. Sie setzten auch nach Abchluss ihrer Vorbereitungen die gewohnheit fort, ihren Tisch zu wechseln, beobachteten, spielten ab und an und tranken ordentlich. Nebenbei lernten sie einige Waffen- und Schrotthändler kennen. Kontakte, die ihre Tarnung glaubhaft machten. Ihre Warentermingeschäfte wickelten die O'Brians langfristig ab, damit die Geschäftspartner nach dem Ende des Nimbus-Abenteuers hochgenommen werden konnten. Finanziert wurden die Vorauszahlungen von den Spielgewinnen, die nicht ohne waren. Claire und Alec hatten ihre Geschäfte immer auf diese Weise abgewickelt, allerdings in deutlich kleineren Grössenordnungen. Dennoch hielt sich alles in unauffälligen Rahmen. Schliesslich ging es nur darum einen Eindruck zu hinterlassen und dabei dennoch im Hntergrund zu bleiben, um den grossen Auftritt der Richtigen in Szene zu setzen.
Lieutenant Alec Axevin
Leitender Operationsoffizier
USS New Age

Captain Alec McDonald
Kommandierender Offizier
USS Galahad
(u.a.)

Kahael

Alkoholvernichter, Paragraphenreiter und Blitzmerker

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184

Sonntag, 1. Januar 2017, 13:56

Wer auch immer das vogelartige Gefährt für ihn ausgesucht hatte, hatte vermutlich seine alten Shuttle-Designs entdeckt. Wo auch immer man es aufgetrieben hatte, Kahael würde es behalten. Vorausgesetzt, das Shuttle - oder er - würden diese Aktion überleben. Der Vogel war für sein Alter gut in Schuss. Kahael schätzte das Alter der Hülle auf gut vierzig Jahre. Die Technik war vor zwanzig Jahren wohl erneuert worden. Aber es flog und bot ihm einen netten Auftritt. Wie ein Greifvolgel kreiste er kurz über die Stadt, bevor er die beiden Fänge ausfuhr, die gleichzeitig als Landestützen fungierten. Die Fänge knarzten bedrohlich als der metallische Greifvolgel mit lautem Getöse der Landetriebwerke auf der Plattform aufsetzte und Kahael dachte für einen Moment, dass der Vogel gleich auf dem Bauch liegen würde. Doch die Fänge hielten der Belastung stand. Die Flügel klappten drohend nach oben, während sich gleichzeitig der Schnabel öffnete und den Blick auf eine Treppe freigab. Drecksloch, dachte Kahael als er den Blick über den Raumhafen schweifen ließ. Er verriegelte den Flieger mit einem kleinen Gerät und warf einen drohenden Blick auf die umstehenden Personen. "Nur angucken, nicht anfassen", sagte er wobei ein kurzer blauer Schimmer über die Hülle schimmerte. Eine Hüllenpolarisierung gegen Diebstahl.
Commander Chi´Khoal tr´Kahael - Chefingenieur der USS New Age
Captain Max "Dampfkessel" Voss - Captain des Schulschiffes Pioneer

in dubio pro raute

Falls Sie in einem Land leben, in dem das Fischen ohne Angelschein bestraft wird,
jedoch nicht der illegale Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
Milos Zeman, tschechischer Ministerpräsident

185

Montag, 2. Januar 2017, 20:41

NImbus III

Eiris Troi /Toran Elar

Nach dem die Übungsphase abgeschlossen wurde und die Besatzung einen sehr guten Eindruck vermittelte dachte Eiris das sein Job nun erledigt wäre. Aber er wurde zum Team mit eingeteilt und hatte die Aufgabe schon früher wie alle anderen nach Nimbus III zu reisen und sich dort als Mitarbeiter im Casino einzuschleusen. Seine telepathischen Fähigkeiten sollten helfen dort aufzudecken wenn jemand Verdacht an den Protagonisten hegte.

So kam es das er einige Wochen vorher schon mit einem Frachter nach Paradise City flog um sich dort einen Job im Casino zu suchen. Er hatte gehofft diesen Ort niemals betreten zu müssen. Denn selbst für ihn war das Casino dort eine Nummer zu groß gewesen. Das wichtigste war erst mal nach dem Ankommen eine Bleibe zu finden. Also machte er sich auf die Suche.

Patrice

Nach 15 Jahren immer noch nicht Captain

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186

Montag, 2. Januar 2017, 21:59

Nimbus III, Paradise City, 06.09.2388

Nachdem wir uns das Upgrade gegönnt und uns eingeredet hatten, dass ein höherwertiges Zimmer gut zu unserer Rolle als Highroller passen würde, machten wir einen Spaziergang durch das Viertel.
"Was die hier Luxus nennen, würde auf der USS Sanssoucci kein Fähnrich als Quartier akzeptieren." schimpfte M/Blanca auf ihr Schiff anspielend.
Ich grinste. "Wir sind schon ziemlich verwöhnt. Vielleicht tut die Erinnerung ganz gut, dass es nicht jedem so gut geht wie uns." sagte ich.
"Du hast gut reden, du hast freiwillig auf Q'onoS gelebt, dass dir das nix ausmacht, ist ja wohl klar." beschwerte M/Blanca sich weiter. Obwohl sie vorgewarnt war, hatte sie ausgesprochen schlechte Laune.
Unterwegs begegnete uns ein buntes Völkchen: Romulaner, Klingonen und Terraner, aber auch Ferengi, Benziten, Pakleds, Tarkanianer und sogar eine Horta. Niemand sprach hier miteinander. Alle huschten so schnell sie konnten von A nach B. Viele sahen ungesund aus, auch wenn ich noch nie einen gesund aussehenden Pakled gesehen hatte. Neben Wohnhäusern und Hotels standen einige Krämerläden, gefühlte hundert Kneipen und eine kleine Kirche, in der einem gewissen Sybok gehuldigt wurde, am Wegesrand. Es gab weder einen Shuttle-, Automobil-, noch Pferdeverkehr. Die sichtbare Technik schien noch aus der Mitte des 23. Jahrhundert zu stammen, also aus der Gründungszeit, und war seitdem nur notdürftig überholt worden. Fast überlegte ich, ob man das ganze nicht in ein Museum unwandeln sollte.
Wir hatten es nicht angestrebt, aber so groß war das Viertel auch nicht... plötzlich standen wir vor dem Casino. Dabei hatten wir uns geschworen, die ersten Tage hier nicht hinzugehen. Jetzt merkten wir, dass es neben Saufen wohl die einzige Freizeitbeschäftigung hier darstellte. Das Casino war im Vergleich zu den umstehenden Gebäuden riesig und passte überhaupt nicht hier hin. Mir wurde klar, dass das Haus wohl fast allen Anwohnern hier Arbeit gab -abgesehen von den Krämern und Kneipenwirten.
"Sollen wir rein?" fragte M/Blanca.
Ich blickte auf das Casinoschild. Galaktische einarmige Banditen des Lichts stand dort. Die Anspielung des Namens, vermutlich ein Wortspiel, entging mir allerdings völlig. Ich nahm mir vor, es nachzuschlagen. "Dann spielen wir mal." sagte ich.
Commander Patrice Patel - 1. Offizier der USS New Age
Admiral Patrice "Rick" Dimanche und Prof. Dr. Gresk - Schulschiff Pioneer

187

Dienstag, 3. Januar 2017, 02:11

Paradise City, Nimbus III, 29.8.2388

Die erste Woche hatte Alnar hinter sich.
Zu seiner Überraschung war das Vorstellungsgespräch äußerst gut gelaufen. Die von der Sternenflotte erstellten falschen Papiere waren tatsächlich narrensicher und seit er sein schulterlanges Haar abgeschnitten hatte, stachen die Cardassianischen Merkmale seiner Herkunft deutlich stärker ins Auge. Er wirkte durch und durch wie der korrupte Möchtegerncardassianer, den er darstellen wollte. Daß die Lage für seinesgleichen auf Bajor und in den umliegenden Systemen tatsächlich schwierig war, untermauerte die Erklärung für seinen Weggang.
Kurzum; Alnar/Shiman wurde umgehend eingestellt und begann am nächsten Tag mit seiner Arbeit.
Auch seinen Vorgesetzten war klar, daß er aufgrund mangelnder Fingerfertigkeit nicht als Croupier zu gebrauchen war und so arbeitete Alnar die eine Hälfte der Woche als Assistent in der Buchhaltung, wo er glücklich und zufrieden mit langen Zahlenreihen jonglierte und die andere Hälfte als Kassierer.

Im Sinne der Mission hätte es kaum besser kommen können, dachte er sich. Zwar war er nie allein im Tresorraum und konnte sich nicht so genau umsehen, wie es ihm lieb gewesen wäre - die Wächter waren von ziemlich einschüchternder Gestalt und einem ebensolchen Wesen.
Doch immerhin hatte er einen Eindruck von den Bereichen des Casinos erhalten, die nicht für die Öffentlichkeit zugänglich waren und hatte bereits damit begonnen, Kartenmaterial anzulegen.
Über Entdeckung machte er sich wenig Sorgen, nach einer Woche waren seine Vorgesetzten bereits ziemlich beeindruckt von seinem Talent im Umgang mit Zahlen und er hatte den Eindruck, daß man ihm vertraute - zumidnest so weit, wie das in diesen Kreisen eben möglich war.
Problematisch würde es erst werden, wenn die fertigen Pläne an den Rest des Teams übergeben werden mussten.
Die ganze Stadt hatte Augen, so schien es. Eine unauffällige Übergabe würde sich als... nunja, sehr, sehr schwierig erweisen. Sein Alter Ego war ähnlich verschlossen und zurückhaltend wie Alnar es in Wirklichkeit war. Er hatte außerhalb des Casinos keine Kontakte geknüpft und auch darin nur sehr wenige. Jede Begegnung mit anderen Individuen würde Aufsehen erregen.
Wie also bekam er die Dokumente an die Empfänger?

Alnars Hirn lief auf Hochtouren, als ihn eine Stimme aus seinen Überlegungen riss. »Einen Penny für deine Gedanken, Shiman.«
Der Angesprochene blickte auf und sah das schelmisch grinsende Gesicht von S'Nevael. Die jung wirkende Romulanerin war Croupier an einem Blackjacktisch und dem Vernehmen nach ziemlich gut darin, ahnungslose Spieler über den Tisch zu ziehen. Dazu trugen nicht zuletzt die äußerst enganliegende und ihre Form betonende Uniform und das verführerische Parfüm bei, die auch auf Alnar ihre Wirkung nicht verfehlten.
»Wo-woher kennt eine Romulanerin ein a-altes Sp-sprichwort von der Erde?« stammelte er verlegen und richtete den Blick wieder nach unten auf das Tablett mit seinem Mittagessen.
S'Nevael lachte leise. »Darüber willst du jetzt reden?« fragte sie neckisch und als Alnar errötete, setzte sie sich ihm gegenüber und musterte den schüchternen Halbcardassianer. »Ich hab mal gehört, wie Stu Olson von Tisch 7 das mal gesagt hat« lenkte sie ein und führte weiter aus:»Es machte den Eindruck, als wärst du ganz woanders. Erzähl mal!«
Alnar blickte die hinreißend schöne Romulanerin an und spielte in Windeseile einige Szenarien in seinem Kopf durch. »Hier und da« antwortete er schließlich. »Ich hab über die Unterschiede der Wahrnehmung und die Gleichheit von Orten sinniert.«
»Klingt spannend. Was hasten da so überlegt, hm?«
»Naja« setzte Alnar an, »ich bin durch den halben Quadranten gereist, nur um das zu tun, was ich anderswo schon getan hab. Versteh mich nicht falsch, ich mag meinen Job. Aber es ist schon komisch, wie das Leben so spielt oder?«
S'Nevael nickte und strich sich mit einer leichten Bewegung eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Sie schaffte es, selbst bei etwas so Banalem sinnlich und anziehend zu wirken.
»Oder nimm nur das Essen hier« fuhr Alnar fort, nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte. »Die meisten Leute haben mich davor gewarnt, auf Nimbus III irgendetwas zu essen, aber ich finds gar nicht mal schlecht.«
Jetzt war S'Nevael damit an der Reihe, aus der Fassung zu geraten. »Du magst diesen Fraß?« rief sie entsetzt und warf einen despektierlichen Blick auf die formlose rosa Pampe, die mit viel Wohlwollen als Fleischersatz durchgehen konnte. »Ernsthaft?«
»Ich würde es nicht unbedingt mögen nennen, aber verglichen mit dem, was man früher auf Jeraddo so bekam, ist das hier ganz in Ordnung.«
Die Romulanerin schüttelte den Kopf und sagte:»Tststs, also nein. Da müssen wir was tun. Stimmt schon, wenn die Leute sagen, daß man auf Nimbus nichts Gutes bekommt - zumindest wenn man nicht weiß, wo man suchen muß. Laß die Pampe hier stehen und kommt mit, heute gehen wir mal was Richtiges futtern.«
Alnar war kaum aufgestanden, da wurde er auch schon in Richtung Ausgang gezerrt.

Das ungleiche Paar verließ die Mitarbeiterkantine und bewegte sich durch die Gänge des Casinos in Richtung Personaleingang. Sie erregten durchaus einiges Aufsehen und Alnar konnte hier und da hämisches Kichern hören. Das Warum wurde ihm kurz darauf klar.
S'Nevael organisierte gerade ein Transportmittel, was hier auf Nimbus III wohl am ehesten ein Pferdekarren sein würde, während er an der Mauer lehnte und von innen ein Gespräch aufschnappte.
»He Khaalin, haste gerade unsere Neva mit dem neuen Jungen gesehen?« fragte eine weibliche Stimme und eine männliche erwiderte:»Ne, war gerade mal kurz woanders. Ist das Raubtier mal wieder auf der Jagd nach Frischfleisch?«
»Jepp, sie hat sich diesen Mischling von der Kasse geangelt, will wahrscheinlich ein, zwei Tage Spaß haben.«
»Zwei Tage? Mit der halben Portion? Daß ich nicht lache! Eine schnelle Nummer hinterm Müllcontainer oder so, nicht mehr!«
»Willste drauf wetten?«
»Na aber immer doch, wenn du so scharf drauf bist, dein Geld zu verlieren.«

Draußen schüttelte Alnar genervt den Kopf. Hier konnte man wohl wirklich auf alles und jeden wetten. Nicht, daß es ihn groß gestört hätte. Er sah vorallendingen eine Gelegenheit, mal rauszukommen und sich mehr von der Umgebung einzuprägen, vielleicht sogar einen möglichen Übergabepunkt zu finden.
Und wenn noch etwas mehr dabei rausspringen sollte, so würde er dazu auch nicht nein sagen. Ein, zwei Tage oder ein paar Minuten, Alnar könnte mit beidem gut leben.
Ensign Trajis Alnar
Wissenschaftler
U.S.S. New Age

Commander Verian Alin
Leitender Medizinischer Offizier
U.S.S. Galahad

Lieutenant Commander Mathew Ryan Bancroft
Kommandierender Offizier
U.S.S. Spitfire

188

Dienstag, 3. Januar 2017, 16:34

Nimbus III, Paradise City, 07.09.2388

Das ramponierte romulanische Langstreckenshuttle setzte auf dem staubigen Flugfeld an der ausgewiesenen Parkposition auf. Es hatte sicher auch schon bessere Tage gesehen, aber gemesssen daran was dort an einem Sammelsurium an Shuttles und Kleinschiffen verschiedener Völker rumstand, schien es in recht gutem Zustand zu sein. Neireh als der schwarze Mogai setzte ihren Fuß auf den staubigen Boden und sah sich erstmal um. Was für ein Elemente verlassener Ort. Der Name der Stadt erschien ihr dabei als reine Ironie. Die trockene Wüstenhitze machte ihr dabei weniger aus, kurz sah sie zu MaSvorra der neben sie getreten war. Sein Anblick machte durchaus Eindruck. So auch bei einem der vielen Arbeiter die hier an dem eher provisorisch wirkendem Raumhafen arbeiteten. Neireh/Mogai verriegelte das Shuttle und aktivierte die eingebaute Diebstahlsicherung. Dann zog sie die Kaputze der langen Robe, die sie über ihrer Kleidung trug, über und sah kurz zu MaSvorra.

"Na, dann auf ins "Paradies" ....", sagte sie etwas sarkastisch.

Auf dem Weg kamen sie an einer Art Kutsche vorbei, vor die ein paar Yallianen gespannt waren. Sie kannte diese Art Tiere als Reittiere ihrer Heimat und das kaum lesbare Schild an dem Wagen sagte in mehreren Sprachen was der Transport in die Stadt kosten sollte. Kurz musterte sie etwas abschätzig den Fahrer und Gefährt, aber beschloss dann das es immer noch besser war als zu laufen. Das sie sowieso als eine derjenigen auftreten sollte die offenbar mehr Geld haben und später als High-Roller im Casinoableken sollte, konnten sie sich das auch leisten.

Das Gefährt brachte sie relativ wohlbehalten in den etwas wohlhabenderen Bezirk der Stadt, wo sie dann vor ihrer geplanten Unterkunft ausstiegen und den Fahrer bezahlten.
Si vis pacem, para bellum
"Romulaner finden immer einen Weg"
Captain der USS New Age

Curtis Reeve

Sieht in echt natürlich besser aus als auf dem Foto

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189

Mittwoch, 4. Januar 2017, 13:13

Nimbus III, Paradise City, 6.9.2388

Der kleine Runabout, den Tristan angeblich mal von einem bestechlichem Sternenflottenmitarbeiter für seine Flucht abgekauft hatte, landete mit einem leichtem Ruck auf dem Landefeld. Curtis war wieder in denselben Klamotten gekleidet, die er auch schon in den Simulationen getragen hatte. Er nahm den Koffer, in dem er alles was er besaß reingepackt hatte vom Platz neben sich und machte sich auf den Weg in die Stadt, die ich selber Paradies schimpfte.
Curtis nahm extra keine der Kutschen, so wie er gekleidet war, würde man versuchen, mit ihm in einen Graben zu fahren um ihn dann auszurauben und dieses Risiko wollte er nicht eingehen. Dadurch lief er knapp zwei Stunden, bis er im wohlhabenden Viertel ankam. Er hatte sich extra eine Unterkunft auf derselben Straße besorgt, wie Neireh und MaSvorra. damit er es einfädeln konnte, dass man sich angeblich zufällig begegnete.

Er schloss die Tür auf und sah sich erst einmal gründlich in den Räumen um. Tristan war etwas paranoid was das anging und so verbrachte Curtis einige Minuten mehr damit, auch ja jeden Kaktus und jedes Bild zu untersuchen.
Dann setzte er sich an den Tisch und zog die Tasche zu sich her. Er würde am liebsten sofort melden, dass er angekommen war, aber er musste verhindern, dass die Aufmerksamkeit direkt auf ihn gezogen wird.
Darum öffnete er die Tasche, berührte einen Schalter am Boden der Tasche und zog daraufhin ein Padd raus, wo er begann zu tippen, ohne das r etwas Verständliches tat.
Ensign Curtis Reeve---> Counselor der NEW AGE

Lt. Kol ----------------> Leitender Wisenschafts- und OPSoffizier USS GALAHAD

190

Mittwoch, 4. Januar 2017, 16:05

Andrea/Cassidy Jones

Etwa 2 Wochen früher... 26.8.2388

Der angetrunkene asiatisch wirkende Terraner fiel mit einem Grunzen scheppernd zwischen die Tonnen. Er hatte es sich offenbar einfacher vorgestellt Andrea alias Cassidy Jones auf ihrem Rückweg zu der Baracke wo sie ein Quartier gefunden hatte aufzulauern. Der Typ war ihr schon den ganzen Abend auf die Nerven gegangen. Im Casino einen Job zu finden war nicht so schwer gewesen, wenn man bereit war in einem knappen Dress die Leute am Dabo Tisch bei Laune zu halten. Die Reise auf diesem schäbigen Frachter der sie herbrachte, war eine gute Vorbereitung auf das was sie hier erwarten würde. Ohne Medikamente vom Doc vor der Abreise bekommen hatte, hätte sie mutlich auch immer noch Durchfall. Was ihr Zimmer anging... sie hatte schon klingonische Targpferche gesehen die sauberer waren. Sie wollte sich nicht vorstellen welche Geschichten die alte Matraze erzählen konnte, aber die Flecken sprachen ihre eigene Sprache. Sie hatte sich in der Zwischenzeit einfach eine kleine Hängematte und eine Decke besorgt die besser aussah, wie das was in ihrem Zimmer war. Das sie das mal als Luxus ansehen würde, hätte sie auch nicht erwartet. Sie hoffte das die anderen auch gut hier ankamen. Den Halbcardassianer hatte sie schon entdeckt, aber bisher vermieden Kontakt aufzunehmen.
Si vis pacem, para bellum
"Romulaner finden immer einen Weg"
Captain der USS New Age

Patrice

Nach 15 Jahren immer noch nicht Captain

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191

Mittwoch, 4. Januar 2017, 21:00

Nimbus III, Paradise City, 06.09.2388

Kurz hinter dem Eingang standen die ersten einarmigen Banditen, also Glücksspielautomaten. Dieser Teil des mysteriösen Namens "Galaktische einarmige Banditen des Lichts" war schon mal klar.
Ich betrachtete mich im großen Spiegel eines der einarmigen Banditen. Ich erkannte mich kaum wieder. Da man sich im Casino etwas feiner anzog, hatte ich ein Hemd an, aber dass mein kompletter Oberkörper mit Tattoos verziert war, konnte man dennoch sehen. Auch die Hände waren tätowiert. Mein Kopf war kahlrasiert und chirurgisch leicht angepasst worden. Die Wangenknochen waren etwas gepolstert worden, sodass ich insgesamt bulliger wirkte. Auch die Nase war jetzt plattgedrückt und verschieft worden, als ob sie mehrfach gebrochen worden wäre. Auch meine Zähne waren etwas verändert worden.
Das ganze war notwendig, weil ich ähnlich wie Neireh und M durch unsere hervorgehobene Position auf der New Age bzw. Sanssoucci wenn auch nicht prominent, aber zumindest mit Bild und Portraits in Nachrichtensendungen oder Zeitungen erschienen war, zum Beispiel bei Artikeln rund um die Rettung vor den Borg oder dem Dominion oder wegen unserer Rolle bei der Auflösung der neutralen Zone und der Rettung vor der Hobus-Supernova. Es war nicht auszuschließen, dass uns jemand ohne diese Veränderungen wiedererkannt hätte. So wie ich jetzt aussah, war das ausgeschlossen, vielleicht hätte mich noch meine Mutter wiedererkannt, wenn sie zweimal hingeguckt hätte.
Für weniger hochrangige Vertreter unserer Crew waren keine so umfangreichen Anpassungen notwendig. Allerdings war es für jeden erforderlich, seine Sternenflottenattitüde und -körperhaltung loszuwerden, die gute Zahn- und Körperpflege, die man auf Raumschiffen der Sternenflotte bekam, waren auch eher untypisch für Leute, wie wir sie hier darstellten. So pflegte jeder von uns bereits seit einigen Wochen eine deutlich schlechtere Hygiene, wenn auch bei Leuten wie M, Andrea und Irina ein gewißes Niveau bewahrt wurde, immerhin sollten sie ja den Leuten den Kopf verdrehen.
Ich blickte mich in dem Casino um. Auf den ersten Blick erkannte ich bereits zwei meiner Komplizen, die sich als Mitarbeiter eingeschleust hatten. Ich mied ihre Nähe.
M und ich traten an die Geldwechselstation. Als ich den Umtausch von 5 Barren gegen Chips forderte, bekam der Mitarbeiter fast Schnappatmung. "Ich schlage vor, sie gehen in die zweite Etage. Hier unten würden Sie das Geld nicht in 2 Wochen loswerden." empfahl er dann, als er sich wieder eingekriegt hatte.
Vorher hatte uns Trajis Alnar verraten, dass 5 Barren etwa den Tageseinnahmen des Quarks auf DS9 entsprachen. Mit 5 Barren konnte ich also sicher sein, Aufmerksamkeit zu bekommen und als Highroller zu gelten. "Ich will mein Geld nicht loswerden. Ich will ihre Tresore leeren." antwortete ich dem Mitarbeiter freundlich lächelnd. Er ahnte nicht, dass ich das wörtlich meinte. "Gewiß, Sir." antwortete der Mann. Ihm erzählte sicherlich jeder, dass er vorhatte zu gewinnen. Vermutlich taten es aber nur die wenigsten wirklich.
"Dann mal in die 2. Etage." sagte ich zu M/Blanca. "Nicht so schnell, Maxime." sagte sie und holte aus ihrer Tasche ebenfalls 5 Barren Latinum hervor. "Ich spiele mit meinem eigenen Geld." sagte sie lächelnd. Man konnte fast dabei zusehen, wie dem Mann an der Kasse der Speichelfluss ausser Kontrolle geriet. Ob es die 10 Barren waren oder Ms Anblick, würde ich wohl nie erfahren.
Commander Patrice Patel - 1. Offizier der USS New Age
Admiral Patrice "Rick" Dimanche und Prof. Dr. Gresk - Schulschiff Pioneer

Kahael

Alkoholvernichter, Paragraphenreiter und Blitzmerker

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192

Mittwoch, 4. Januar 2017, 22:53

Ein Lied pfeifend schlenderte Kahael durch Paradise City. Den Namen empfand er als schlechten Witz. Selbst in seinem Schreibtisch herrschten paradisischere Zustände. Kahael blieb vor einem Gebäude stehen. Über den Eingang machte eine grüne Leuchtreklame auf eine darin befindliche Bar aufmerksam. Die älteste der Stadt, wie der Werbetext neben der Tür stolz verkündete. Kahael trat ein und hielt direkten Kurs auf die Theke. "Romulanisches Ale", brummte er und schob sich mit grimmigen Blick zwischen einen Ferengi und einem Caitianer, der den Schubser mit einem Fauchen quittierte. "Das ist mein Platz", nörgelte der Ferengi. Kahael schaute kurz auf den Boden, dann auf den Tresen, dann zur Decke. "Ich sehe hier kein Namensschild", antwortete der Halb-Romulaner und blickte auf das großohrige Wesen hinunter. "Ich bin Morek. Ich trinke immer hier." "Nun, heute Abend wohl nicht." Der Ferengie baute sich vor Kahael auf, dieser griff dem Mann in diesem Moment unter die Arme und setzte ihn mit den Hosenboden auf die Theke und hielt ihm einen Disruptor unter den Kiefer. "Ist dein Universaltranslator defekt? Ich sagte, heute Abend trinke ich hier. Verstanden? Ansonsten kannst du deinen Schädel an der Kneipendecke zusammensuchen." Mit einem kräftigen Stoß vor die Brust schubste er den Ferengie rücklings hinter die Theke und steckte den Disruptor zurück in den Holster. Der Wirt blickte dem ganzen stoisch zu. Übertriebene Agressionen waren ihm wohl nichts neues. Er servierte Kahael das Ale und wischte sich mit dem Ellenbogen über die Nase: "Du bist neu hier." "Ach ja?" "Ich habe dein Gesicht jedenfalls noch nie in Paradise City gesehen." "Dann bin ich wohl neu in der Stadt." "Ein kostenloser Tipp. Pass auf mit wem du dich hier streitest. Morek ..." er blickte kurz auf den Ferengie der bewusstlos hinter dem Tresen lag, "... ist nur ein harmloser Stinkstiefel. Andere, insbesondere andere Ferengi, solltest du etwas vorsichtiger angehen." "Vorsichtiger?" "Ja, vorsichtiger." "Warum?" Er Barkeeper konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. "Du kommst von weit her oder?" Kahael nippte ruhig an seinem Glas. Das Ale war billiger Fusel, das schmeckte er sofort. Aber er wollte beim Thema bleiben. "Womöglich. Du wirst mir es aber erzählen oder?" Er schob einen Streifen Latinum über den Tresen. "Für das Ale. Der Rest ist für die Informationen." Der Barkeeper ließ das Latinum unauffällig verschwinden und kam etwas näher. "Jemand wie du hat doch bestimmt schon einmal etwas vom Orion Syndikat gehört." "DAS Syndikat etwas?" Kahael wirkte wie in histerischer Groupie. "Ja." "Hier, auf Nimbus III.?" "Ja. Du solltest daher etwas aufpassen." "Aufpassen. Das ist gut. ... aufpassen." Er drehte sich schnell um. Der Wirt stieß sich etwas vom Tresen hoch und musterte den Romulaner skeptisch. Dann winkte Kahael ihn mit einer Handbewegung wieder etwas näher. "Ich kann mich unsichtbar machen." Er nahm das Glas in die Hand und stellte es auf seinen Kopf. "Und schon bin ich unsichtbar." Der Mann blickte Kahael ungläubig an. "Und wieder sichtbar", sagte Kahael als er das Glas wieder auf den Tresen gestellt hatte. "Ich brauch mir nur etwas auf den Kopfstellen. Ich kann aufpassen." Der Wirt seufzte und wandte sich ab. Kahael blickte ihm hinterher und würgte das Ale hinunter. Er bemerkte dabei wie der Caitianer ihn anstarrte. "Is' was?" "Du hast doch sicherlich noch mehr Latinum bei dir." "Ja." "Gut. Her damit." Der Blick des Halb-Romulaners musterte das Katzenwesen für einige Sekunden. Dann brach ein Lachen aus ihm heraus. "Guter Witz. Darauf geb ich einen aus." "Kein Witz." Er spürte wie sich etwas in seine Seite bohrte. "Mieze, ich glaub', ich muss dir ne Delle in die Gewürzgurke verpassen." "Versuch es mal." "Gerne." Kahael trat auf den Schwanz des Caitianers, griff nach dem Hocker unter ihm und zog ihm das Gehölz über den Schädel. "Und weg ...", zischte Kahael und verließ die Bar bevor sein Kontrahent wieder zu sich kam. Das geht gut los. Er suchte erstmal Deckung in der Menge die sich wie hirnlose Tote durch die Gassen quetschte. Dann entdeckte er das Casino. Auch wenn er eine gute Kneipenprügellei nicht schmähte, beschloss er sich auf seine eigentliche Aufgabe zu konzentrieren. Da wären als erstes die Sicherheits- und Überwachungssysteme. Auch wenn Axevin und seine Begleiterin sich damit ebenfalls beschäftigten würden, konnte es nicht schaden, sich selbst ein Bild zu machen. Am Ende musste er schließlich den Tresor öffnen.
Commander Chi´Khoal tr´Kahael - Chefingenieur der USS New Age
Captain Max "Dampfkessel" Voss - Captain des Schulschiffes Pioneer

in dubio pro raute

Falls Sie in einem Land leben, in dem das Fischen ohne Angelschein bestraft wird,
jedoch nicht der illegale Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
Milos Zeman, tschechischer Ministerpräsident

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Donnerstag, 5. Januar 2017, 22:08

Paradise City, Nimbus III

"Du willst tatsächlich in die Kaschemme", fragte Claire/Kelly ungläubig. Sie hatten sich umgezogen, aber die Bergarbeiterhose und die Weste hatten das gleiche grau wie die Sachen, die sie vorher anhatten, ebenso die Shirts. Sie rochen nur nicht so verschwitzt. "Ja will ich, denn der Nausikaaner ist nun mal ein Freund der klassischen Gastronomie", antwortete Alec/Ian ironisch. Sie hatten sich mit einem nausikaanischen Hehler verabredet, um romulanische Sensoren- und Kommunikationskomponenten zu handeln, die sie im Frachter mitgebracht hatten. Es war erstaunlich, was die Sternenflotte noch an Kriegsbeute aus dem Dominionkrieg aufbewahrt hatte. Vielleicht stammte das Zeug aber auch aus jüngeren Gefechten. Die O'Brians würden jedenfalls darlegen, dass sie alles bei ihrem jüngsten Coup 'erworben' hatten, mit dem sie dann das Ticket für den Schwarm lösten. Daher waren es Komponenten, die auf Bodenstationen, in Satelliten oder in Raumstationen eingesetzt wurden.

Sie setzten sich an einem der Tische ausserhalb des Lokals. Sie vermuteten, die Luft drinnen würde ihnen den Atem rauben, was auch sehr wahrscheinlich war. Erstaunlicherweise waren die Gemüseeintöpfe, die sie serviert bekamen, äusserst gut. "Sag mal, kennst du den", fragte Claire und nickte leicht in Richtung eines der seltsamsten Paare, die sie hier erblickt hatten. "Die Romulanerin kommt mir bekannt vor", antwortete Ian laut. Natürlich fiel ihm der Wissenschaftsoffizier auf, der zur Crew der New Age gestossen war. Als Einsatzoffizier musste er ihm ja ein Quartier zuweisen lassen. Während er den Nausikaaner erblickte, der näher kam, fiel ihm ein, dass er für Commander Patel noch eine aktuelle Crewliste erstellen musste. Offensichtlich gehörte demnächst auch ein Betazoid zur Crew, während Lieutenant Shenara in ihre Heimat zurückkehren und das Schiff verlassen sollte. Wobei 'sollte' nicht hiess, dass dem auch so war.

"Aus welchem Loch der Galaxis seid Ihr hervorgekrochen", begrüsste der Hehler sie. Seinen Namen verriet er nicht, aber auch die O'Brians hatten sich ihm auch nicht näher vorgestellt. Dennoch waren sie schon früher im Geschäft gewesen. "Wir mussten untertauchen. Das kennst Du doch", antwortete Kelly. Der Nausikaaner lachte. "Sach bloss. Wer war es denn? Romulaner? Klingonen? Etwa die Ferengi?" Ian lachte. "Nee, Orioner, aber die mit der grünen Haut. Söldner. Offensichtlich war ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt." Wieder ein Lachen. "Sieh an. Ich dachte, die Föderation vollstreckt den Haftbefehl nicht mehr. Vielleicht sollte ich die Belohnung einstreichen..." Der Hehler schluckte, als der den Disruptor in der Rippengegend spürte. Ian hatte direkt reagiert. "War ein Scherz. Was habt Ihr?" Kelly gab dem Mann ein Padd. Der Nausikaaner nickte. "Kann ich gebrauchen. Mehr als fünfhundert Streifen gibt es nicht." Ian überlegte. Der Kram war gut das doppelte wert. Das Latinum reichte aber, um sich mit einigen Dingen auf dem Basar einzudecken. "Fingerprint", sagte er. Der Hehler nickte und drückte seinen Daumen auf das Padd. Anschliessend kontrollierte Claire den Eingang der Zahlung auf das Geheimkonto bei einem Ferengi in der Stadt, der auch die Ware hatte, und wies den Transfer der Komponenten an. Der Ferengi war ein Spitzel der Sternenflotte. Nebenbei gehörte ihm auch die Unterkunft, in der sie wohnten. "Hat mich gefreut." Der Hehler erhob sich, nachdem auch er geprüft hatte, ob das Geschäft abgeschlossen war. Dann beugte er sich zu Ian herunter. "Stimmt es, dass Ihr jetzt Teil einer Combo seid, die 'Der Schwarm' genannt wird? Hat schon ordentlich auf den Putz gehauen, der Verein. Meine Partner haben eine Kommunikationsphalanx, die ein wenig Sonderausstattung benötigt. Zerhacker, Signaturverstärker, Repeater, Chips und sowas. Ist klingonisches Zeug. Kommt Ihr da ran?" Ian sah zu Kelly herüber, die der eigentliche Boss der beiden war. "Bis wann brauchst du eine Antwort?" Der Nausikaaner dachte nach. "Vierundzwanzig Stunden." Kelly schüttelte den Kopf. "Wir arbeiten jetzt mit Partnern. Keine Chance." Der Hehler nickte. "Geht mich nichts an, aber muss was grosses sein. Hätte noch mal fünfhundert springen lassen." Ian schüttelte ebenfalls den Kopf. "Wir sind ausgebucht", antwortete er. Der Nausikaaner nickte und machte sich davon.

Claire und Alec überlegten, was die Flotte für Gerüchte in die Welt gesetzt hatte. Sie hofften, dass niemand auf die Idee kam, sich das Kopfgeld zu sichern. Bisher hatten sie ihre Identitäten immer passend ablegen können, aber die Sicherheit der Waterloo gab es nicht mehr und die war nun eher zu ihren Feinden gewechselt. Niemand hatte auch nur ein Wort von dem Schiff oder seiner Besatzung gehört, dass sich früher regelmässig in dieser Region aufhielt. Merkwürdigerweise gab es auch keine Informationen über Sabotageakte in der ehemaligen Neutralen Zone, was sie eigentlich erwartet hätten. Allerdings gab es jüngst Überfälle auf Frachter in dieser Region, die von der Ausführung her die Handschrift der Waterloo tragen konnten. Kleine Gruppen von Danube-Shuttles hatten sie durchgeführt. Und Armstrong hatte früher schon Fischzüge mit drei der vier Langstreckenshuttles des Schiffes unternommen. Die Dinger waren schwarz lackiert worden und ihre Impulsantriebe frisiert, um die Wendegeschwindigkeit zu erhöhen. Ihre Phaser waren ebenfalls verstärkt worden. Vermutlich versorgte sich die Crew des Schiffes auf diese Weise, um nirgendwo andocken zu müssen.
Lieutenant Alec Axevin
Leitender Operationsoffizier
USS New Age

Captain Alec McDonald
Kommandierender Offizier
USS Galahad
(u.a.)

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Freitag, 6. Januar 2017, 18:18

Nimbus III, Paradise City, 07.09.2388

Mißtrauisch blickte sich Dourvak/MaSvorra um als sie vor der Unterkunft standen. Allein seine Haltung ließ die anderen einen Bogen um sie machen. Ein Seesack mit seinen Habseligkeiten hing an seiner Schulter, ein bat'leth in der anderen Hand, an seinem Gürtel ein Disruptor. Die mek'leh waren unter seinem Mantel nicht zu sehen, ebenson sein d'k tagh.

"Sehr heimelig." kommentierte er das Gebäude vor ihnen. Mit der freien Hand ergriff er den Koffer von Mogai/Neireh und wartete darauf, daß sie voran ging.

Als sie die Eingangshalle betraten, brummte er kurz als Zeichen, daß seine Begeisterung nicht gestiegen war. Neben der Mogai/Neireh trat er an die Rezeption. "Wir hatten die Suite reserviert." Auch wenn dies die beste Unterkunft vor Ort sein sollte, gefiel es ihm nicht, wie es hier aussah.
Als Arzt hatte er auf der Fahrt hierher überall Brutstätten von Keimen, fliegenden Stechinsekten mit Infektionen und Fliegen, die an bereits gammeligem Fleisch ihre Eier ablegten, gesehen. Nach der Mission würde er allen eine Dekontamination und Entwurmung anbieten.

Nach kurzer Zeit betraten sie mit dem Gepäck den Aufzug und fuhren in den obersten Stock des Gebäudes. Erst als die Türe hinter ihnen geschlossen war und Neireh eine Überprüfung des Raumes vorgenommen hatte, erlaubte er sich, den Zustand deutlich zu kommentieren. "Selbst auf einem klingonischen Frachter ist das Quartier reinlicher als hier. Ich hoffe, wir bleiben hier nicht zu lang." Der Blick vom Balkon aus, den er eher als Sicherheitsrisiko einstufte als als schöne Aussicht, zeigte das Casino als größtest Gebäude der Stadt.

Das Gepäck war schnell untergebracht und eine grobe Desinfektion der Räumlichkeit gegen Wanzen, Flöhe und sonstiges Getier erfolgt. Der Raum benötigte nun eine gründliche Lüftung und er drehte sich zu ihr um. "Hast Du Hunger? Sollen wir etwas essen gehen?" Fast hätte er vorgeschlagen, daß sie sich im Shuttle etwas vom Replikator holten, aber das paßte nicht zu der Rolle, die sie darstellten.
MaSvorra la`, Sohn von Vorras'kor, aus dem Hause CalRem, Leitender Arzt der New Age
Tarah con Costardes di Zchular me San`tasto Mba, Leiterin der Taktik und Waffen der Pioneer
Yssir con Zchular di Costardes me Mba San`tasto, Leiterin der Sicherheit der Pioneer

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Sonntag, 8. Januar 2017, 09:09

Nimbus III / Paradise City

Paradise City war ein schrecklicher Ort, hier kam der Abschaum des Quadranten zusammen. Paradiesisch war hier wahrlich nichts. Höchstens der Inhalt des Tresors im Casino. Eine Bleibe zu finden gestaltete sich indessen doch einfacher als er Gedacht. Er konnte bei den O´Briens unterkommen und so ihnen helfen.

Als nächstes auf seiner Liste stand der Job im Casino. Darum ging er Tags darauf ins Casino und fragte nach einem Job. Die Personalfluktuation war wohl in diesem Establishment sehr groß und so war er nicht verwundert als er gleich zum Chef gebracht wurde. Das Bewerbungsgespräch gestaltete sich auf Grund seiner telepathischen Fähigkeiten sehr einfach. Keine 5 Minuten später hatte er einen Job als Crupier.

So konnte er sich schon im Casino zurechtfinden und den O´Briens helfen Emitter im Casino zu verstecken. Es lief also alles nach Plan. Einige Zeit später traf dann auch der Rest der Truppe ein.

Patrice

Nach 15 Jahren immer noch nicht Captain

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Sonntag, 8. Januar 2017, 18:35

Highroller-Etage des Casinos, 06.09.2388

"Willkommen, Ma'am! Willkommen, Sir!" wurden wir von einer sehr schick bekleideten Bedienung empfangen. Ein schneller Blick zeigte mir, dass keine Kollegen von uns gerade spielten oder so taten, als würden sie hier arbeiten. "Sie können sich gerne umziehen, wenn Sie mögen, Sir. Wir verstehen, dass man sich mit guter Kleidung nicht auf die Straße trauen kann. Aber sicher fühlen Sie sich unwohl in dieser Aufmachung." sagte die Bedienung und deutete auf einen Bereich des Raumes, wo auf einer Kleiderstange diverse Anzüge und Kleider in allen erforderlichen Größen hingen.
"Danke. Das nehmen wir gerne an." sagte M und zog mich an meiner rechten Hand dorthin. Mit geübten Blick gab mir die Gardobiere einen Anzug, während sie M/Blanca deutlich länger musterte. "Rot ist Ihre Farbe!" sagte sie dann. "Stimmt." sagte M und nahm das Kleid entgegen. Wir wurden dann zu einer Dusche samt Umkleide geführt. Ich zog einen bajoranischen Handscanner hervor. "Keine Wanzen oder Überwachung." stellte ich fest.
"Sie wollen scheinbar sichergehen, dass wir keine Technik mitnehmen, indem man uns die Kleidung abnimmt. Mein neues Kleid hat jedenfalls keine Taschen. Dein Anzug?"
Ich prüfte das. Nein, auch der Anzug hatte kein Taschen. Interessante und einfache Sicherheitsmaßnahme. Ich war beeindruckt. Nachdem ich geduscht und mich umgezogen hatte, stellte ich auch fest, dass der Anzug so eng saß, dass sich größere sonstige Technik abgezeichnet hätte. Meinen Handscanner ließ ich bei meiner alten Kleidung.

Als M/Blanca aus der Kabine kam, stockte mir der Atem. Ihr Kleid konnte definitiv keine versteckte Technik enthalten. Der Stoff bedeckte nur die Stellen, die man bedecken musste, um überhaupt noch von Kleidung sprechen zu können. Das für mich erotische Schauspiel wurde auch dadurch ein wenig erhöht, dass M um Blanca zu werden, ebenfalls einige chirurgische Veränderungen hatte durchführen lassen, die ich gerne bereit war, zu behalten, nachdem die Mission vorbei war. M war zwar eine wunderschöne Frau für ihr Alter, aber um als Femme Fatale richtig Wirkung zu zeigen, hatte man sie 10 Jahre verjüngert und gestrafft. Hinzu kamen schulterlange braune Haare, die wild gelockt waren, eine neue schmalere Nase, perfekte Zähne und eine rauchigere Stimme.
Mein Blick verriet wohl meine Gedanken. "Denk gar nicht dran, ich werde das alles rückgängig machen." sagte sie. "Ich stehe zu jeder Falte und jedem grauen Haar." Ich wagte nicht, irgendwas zu entgegnen.
"So muss das sein!" empfing uns die Bedienung erneut, zufrieden mit unserer neuen Aufmachung. "Fühlt sich doch gleich viel besser an, oder? Darf ich Ihnen einen Drink aufs Haus spendieren?" fragte er.
Ich nickte. "Romulanisches Ale." sagte ich. M nickte ebenfalls. "Ihren besten Cava. Ich bin in Feierlaune." bestellte sie und zog mich zum Dabotisch.
Das Spiel, dass sie am besten beherrschte.
Commander Patrice Patel - 1. Offizier der USS New Age
Admiral Patrice "Rick" Dimanche und Prof. Dr. Gresk - Schulschiff Pioneer

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Sonntag, 8. Januar 2017, 19:37

In den Straßen von Paradise City

Unter Zuhilfenahme eines Wagens, der von einem eselähnlichen Geschöpf gezogen wurde, bewegten sich Alnar/Shiman und S'Nevael durch die dreckigen Straßen dieser üblen Stadt.
Hin und wieder wies die Romulanerin auf Gebäude mit absolut unscheinbaren Fassaden und erklärte ihm, was sich dahinter befand. Alnar grübelte darüber nach, woher eine Frau wie S'Nevael so viele Bordelle und zwielichtige Nachtclubs kannte aber bei genauerer Überlgung wollte er das eigentlich lieber nicht wissen.
Nach etwa zwanzigminütiger Fahrt bogen sie in eine Seitenstraße ein, die, falls das überhaupt möglich war, noch schmutziger zu sein schien als der Rest der Stadt.
Alnar/Shiman runzelte die Stirn, als S'Nevael ihn in Richtung eines verfallenen Gebäudes lotste, das so aussahß als könnte der nächste leichte Windstoß es in seine Einzelteile zerlegen.
Die Romulanerin bemerkte sein Zögern und sagte:»Laß dich nicht täuschen. Hier auf Nimbus III ist einiges anders und scheinbare Armut gilt als guter Schutz vor Diebstahl. Wo nichts ist, steigt auch niemand ein.«
Mit diesen Worten zog sie ihn weiter und durch eine knarzende und schief in den Angeln hängende Tür betraten sie etwas, das hier in Paradise City wohl als gute Adresse durchging, wenngleich es überall sonst im Quadranten wohl längst pleite gegangen oder von der Gesundheitsbehörde geschlossen worden wäre.

In dem Lokal war nicht viel los und das ungleiche Paar ließ sich an einem Tisch nahe des Hinterausgangs nieder - man konnte ja nie wissen.
Alnar/Shiman bestellte sich ein Steak und war tatsächlich sehr zufrieden mit dem, was er vorgesetzt bekam.
Während des Essens unterhielten sich die beiden über Belanglosigkeiten und lachten hin und wieder; S'Nevael hatte die Rolle der Verführerin, als die sie im Casino noch aufgetreten war, ziemlich schnell und restlos abgelegt und wirkte jetzt wie das sprichwörtliche nette Mädchen aus der Nachbarschaft. Alnar war darüber durchaus irritiert. Was war hier Schauspiel, was Realität? Sollte er ausgehorcht werden? Wenn das der Fall war, so beruhigte Alnar sich, dann war sie darin ziemlich ineffektiv. Der Wechsel war deutlich zu bemerken und musste jedermanns Verdacht erregen und bisher hatte sie auch kein Thema angeschnitten, das für ihn irgendwie gefährlich werden konnte.
Sein Gedankengang wurde unterbrochen, als ihm einige Tische weiter eine seltsame Gruppe auffiel. Zwei Menschen, bei denen es sich eindeutig um die O'Brians handelte, sprachen mit einem Nausicaaner.
»Kennst du die?« fragte S'Nevael, der sein Blick aufgefallen war.
Alnar schüttelte den Kopf. »Nein, ich dachte eben nur, ich hätte da jemanden von früher wiedererkannt aber es ist nur eine oberflächliche Ähnlichkeit« rettete er sich und fügte hinzu:»Und bei dem Nausicaaner...naja, ich will erhlich zu dir sein, für mich sehen die alle gleich aus.«
Ein leichtes Grinsen lag auf S'Nevaels Gesicht, als sie antwortete:»Stimmt, die Kerle sind schwer zu unterscheiden.«

Hiernach wandte sich das Gespräch wieder den ursprünglichen unverfänglichen Themen zu und nach einer Zeit, beschlossen die beiden, wieder aufzubrechen.
Zum Glück verließen sie das Lokal fast zur selben Zeit wie die O'Brians und Alnar sah, in welche Richtung sie sich von hier aus entfernten.
»Ich muß zurück ins Casino, meine Schicht beginnt bald« sagte S'Nevael. »Wie stehts mit dir?«
»Ich hab noch etwas Zeit. Wahrscheinlich werd ich noch eine Runde durch die Stadt drehen, du weißt schon, ein Gefühl für den Ort bekommen und so weiter.«
Die Romulanerin nickte und meinte:»Okay, aber sei vorsichtig. Ist ne gefährliche Ecke hier und sähe es nicht gern, wenn dir jemand ne Kugel oder so durch den Kopf jagte.«
Alnar/Shiman zog eine Grimasse und erwiderte:»Das fände ich wohl auch nicht sonderlich angenehm, da kannst du dir sicher sein. Aber ich kann schon auf mich aufpassen«
»Das wollt ich doch nur hören.« S'Nevael lächelte ihn an, nicht dieser aufgesetzte Schlafzimmerblick, den er aus dem Casino kannte, sondern ein echtes offenes uns freundliches Lächeln.
»Dann machs gut« sagte sie. »Wir sehen uns sicher nachher bei der Arbeit.«

Alnar blickte dem Karren nach, als er sich entfernte und grübelte wieder. Es war weder zu der schnellen Nummer noch zu der Romanze gekommen. Beide Wettpartner im Casino hatten sich geirrt und er wusste nicht, wie er sich dabei jetzt fühlen sollte. War er enttäuscht? Erleichtert?
Wahrscheinlich ein bisschen von beidem, immerhin war S'Nevael eine äußerst anziehende Frau aber andererseits war Alnar stets ungeschickt und ängstlich im Umgang mit dem anderen Geschlecht gewesen, so daß die Erleichterung wohl überwog.
Nunja, sei es wie es sei, er musste sich auf die Mission konzentrieren. Eiligen Schrittes begab er sich in die selbe Richtung, in die auch die O'Brians gegangen waren und warf hin und wieder einen schnellen Blick auf seinen antiken Tricorder.
Schließlich hatte er die beiden menschlichen Lebenszeichen eingeholt und stellte erfreut fest, daß es sich wirklich um den Einsatzofizier der New Age und seine Frau handelte.
Jetzt war nur noch die Frage, ob und wie er sich ihnen nähern konnte...
Ensign Trajis Alnar
Wissenschaftler
U.S.S. New Age

Commander Verian Alin
Leitender Medizinischer Offizier
U.S.S. Galahad

Lieutenant Commander Mathew Ryan Bancroft
Kommandierender Offizier
U.S.S. Spitfire

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Montag, 9. Januar 2017, 10:39

Claire O'Connor/Alec Axevin alias Kelly und Ian O'Brian, Paradise City, Nimbus III

Lieutenant Troi zu versorgen war einfach. Er hatte von Commander Bruni die gleiche Adresse zugewiesen bekommen wie Claire und Alec. Bei Ensign Alnar war das schon schwieriger. Scheinbar hatte er sich über das Casino einquartiert. Um so erfreulicher war es, dass Claire und Alec ihn entdecken konnten. Inzwischen hatte er sie wohl auch ausgemacht, aber sie wollten kein Risiko eingehen und Verdacht erregen. Auf offenene Strassen und Plätzen gab es keine Transportblockierungen und so verschwanden sie im Schimmer eines romulanischen Transporterstrahls. Wenig später erschienen im roten Nebel eines klingonischen drei Krieger, die irekt auf den bajoranisch-cardassianischen jungen Mann zusteuerten. Einer klopfte ihm auf die Schulter und heftete ihm so eine Markierung an.

"Q'apla, Freund, lange nicht gesehen", brüllte er. "Was machen deine Geschäfte?" Schon kurz darauf fand sich der Halb-Cardassianer oder halb-Bajoraner auf der Transporterplattform des Frachtschiffes wieder. "Willkommen auf der 'Edinburgh'", begrüsste ihn Claire. "Entschuldigen Sie unsere Improvisation, aber eine klingonische Entführung ist nicht selten auf Nimbus, genau so wenig wie romulanische oder orionische. Wir müssen nur schnell machen. Mein 'Mann' befindet sich in der Bar des Casinos. Er wird da regelmässig sitzen. Wir brauchen eine Information über diesen Raum." Claire kam um die Konsole herum, hinter der sie gestanden hatte und zeigte Ensign Alnar ein Padd. "Dort wollen wir uns postieren und die Kontrolle für unsere Emitter aufbauen. Ausserdem brauchen wir eine ungefähre Information über den Standort der Transporterkontrollen und der internen Sensorenphalanx des Casinos, um die Blockierung aufzuheben und die Casinosicherheit mit falschen Daten zu versorgen. An dem Raum interessiert uns, ob er regelmässig genutzt wird. Unsere Recherchen waren negativ, so dass wir uns den ausgesucht haben. In den letzten zehn Tagen hat da niemand reingesehen. Da ist eine Kontrolltafel drin, die aber für sehr sekundäre Systeme genutzt wird. Das sind unsere Vermutungen, aber wir wissen nicht, ob sie stimmen."

Claire hielt sich nicht mit Höflichkeiten auf. Sie nahm eine Tasche aus einer Klappe in der Wand. "Das sind Emitter, etwa so gross wie ein Streifen goldgepresstes Latinum. Verteilen Sie sie in den oberen Räumen und Korridoren des Casinos. Ihr Hüllenmaterial macht sie scanresistent. Wichtig ist nur, dass sie mit blossem Auge nicht gesehen werden können. Lieutenant Axevin nennt sich Ian O'Brian und ist Stammgast in der Casinobar. Kontaktieren Sie ihn unauffällig." Dann überlegte Claire. "Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe. Ich schicke Sie zu Ihrem Ausgangspunkt zurück, wenn Sie keine Fragen haben. ... Ach ja, in der Tasche liegen romulanische Nottransporter. Versuchen Sie, die an die anderen weiterzureichen. Wir würden dann einen Fluchttransport organisieren, wenn sie es wünschen. Aber ich denke, wir haben alle unsere Flucht geplant."

Claire lächelte. "Viel auf einmal, denke ich, aber wir haben wenig Zeit. Also, haben Sie Fragen, Ensign?"
Lieutenant Alec Axevin
Leitender Operationsoffizier
USS New Age

Captain Alec McDonald
Kommandierender Offizier
USS Galahad
(u.a.)

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Montag, 9. Januar 2017, 19:25

Nimbus III, Paradise City, 07.09.2388

Das was hier offenbar als eine der besseren Unterkünfte galt, ließ sie daran denken das selbst ein Uhlan auf einem Warbird eine bessere Unterkunft hatte.

"Die Zelle im Dominiongefängnis war sauberer, aber zumindest gibt es ein Bett. Auch wenn ich lieber nicht daran denke was auf diesem Bett alles passiert ist.", kommentierte sie den Zustand und trat vorsichtig zum Fenster. Die Aussicht war nicht wirklich berauschend, aber sie hatten einen guten Überblick. Als MaSvorra nach Essen fragte, wandte sie sich wieder zu ihm um.

"Wir sollten wohl besser vorher etwas einnehmen um unseren Magen zu gewöhnen. Ich denke das Casino wird sicher ein Restaurant haben. Wir könnten uns etwas umsehen auf dem Weg dahin, vielleicht etwas kaufen und uns wie "Touristen" benehmen.", antwortete sie. Dann überprüfte sie den Sitz ihrer Waffe in dem Holster der Innenseite der Lederjacke und des Dolches in ihrem Stiefel. "Gut, gehen wir einkaufen und essen. Heute Abend können wir spielen gehen."

Auf dem Weg zum Casino kamen sie an paar Straßenhändlern vorbei, viele kleine Geschäfte, ein paar mobile Garküchen die irgendwelches gegrilltes Getier verkauften, Händler mit elektronischen Komponenten und Teilen die sicher irgendwo ausgeschlachtet worden waren und deren Herkunft zweifelhaft war. Spiritousen, Kleinkram, Schmuck aus verschiedenstens Materialien... An einer Kette aus zierlichen Gliedern aus einem silbrigen Metall und besetzt mit geschliffenen Kristallen, die an Dillithiumkristalle erinnerte, blieb sie kurz stehen. Zuerst schien der Händler auf seinem Preis zu bestehen und pries die Vorzüge und die Kombination mit der Schönheit der potentiellen Käuferin. Als MaSvorra etwas näher trat und einen mürrischen Laut von sich gab, zog der ältere Yrridianer den Kopf ein und starrte den blonden Schrank von Klingonen an. Dann sah er wieder zu Romulanerin und und lächelte, während hinter ihm zwei brutal aussehende Nausicaner auftauchten, allerdings verhielten sie sich noch ruhig. Natürlich... niemand verkauft Schmuck unter freien Himmel, ohne Wachpersonal... Neireh zog eine Braue hoch und legte ein amüsiertes lächeln auf als sie sich tief genug zu ihm hinunterbeugte, das der Yirridianer dabei fast in den Ausschnitt der Tunika blicken konnte. Sie lächelte und zog dabei einen kleinen Streifen Latinum aus ihrem BH und warf ihn auf den Tisch. "Ich mag Händler die wissen was sie wollen. Behalten sie den Rest.", sagte sie. Der Yrridianer machte großen Augen, schluckte und schien sich erst dann an das Lantium zu erinnern. Er steckte es nach einer kurzen Prüfung schnell ein und hätte ihr das Collier wohl zu gerne selbst angelegt, aber MaSvorra kam ihm dazwischen. So verpackte er das Collier lieber eine kleine geschnitzte Schatulle aus einer Art Holz.

Wenig später hatten sie das Casino erreicht. Der Portier am Eingang wurde sehr zuvorkommend als er sah das seine Gäste zahlungskräftig genug waren und ließ sie von einem Mitarbeiter ins Restaurant führen. Auf dem Weg versuchte sie sich die Umgebung und die Atmosphäre einzuprägen und ob sie ein bekanntes Gesicht entdeckte. Sie wurden zu einem freien Tisch geleitet und erfreulicherweise hatten sie von dort aus einen recht guten Überblick über das Restaurant. Es gab sogar sowas wie eine Speisekarte und saubere Tischdecken.
Si vis pacem, para bellum
"Romulaner finden immer einen Weg"
Captain der USS New Age

200

Dienstag, 10. Januar 2017, 00:54

Das Casino, Paradise City, etwas später:

Alnar/Shiman saß an seinem Schreibtisch in einem der Hinterzimmer des Casinos und addierte große Zahlensummen, ohne sich jedoch groß darauf zu konzentrieren. Die Grundrechenarten verlangten von ihm keine besondere Aufmerksamkeit, so daß die Zahlen von seinem Gehirn über die Hand direkt aufs Papier wanderten.
Nebenbei war er mit Planungen für sein weiteres Vorgehen beschäftigt. Der Kontakt mit Claire war hergestellt, wenn auch nicht ganz unter den Bedingungen, die Alnar sich gewünscht hätte. Doch es schien, daß niemand etwas bemerkt hatte und so war er gleich zur Tat geschritten. Einige der Emitter, welche die Technikerin ihm so energisch in die Hand gedrückt hatte, waren verteilt worden. Alnar hatte je zwei an entgegengesetzten Enden des Korridors, von dem die Mitarbeiterquartiere abgingen, so wie nahe des Tresorraums und der Überwachungszentrale eingesetzt. Daß die Bausubstanz des Gebäudes nicht unbedingt Föderationsstandards entsprach, hatte ihm dies deutlich einfacher gemacht.

So weit so gut, jetzt mussten die übrigen Emitter noch verteilt werden, vorzugsweise in der Kantine und den Waschräumen, um das Casino möglichst effizient abzudecken.
Wäre das erledigt, könnte Phase 2 eingeleitet werden.
Alnar warf einen Blick auf Georgios Tavlaridis - der Buchhalter am zweiten Schreibtisch in diesem Raum war wieder einmal über seiner Arbeit eingeschlafen. Sehr gut!
Der Ensign musterte das Padd von Claire und nahm einige kleine Korrekturen am Plan der Casinobar vor, ehe er die Lage der casinoeigenen Sensophalanx einzeichnete und den Weg zur Transporterkontrolle hinzufügte.
Damit war der Lageplan auf dem neuesten Stand und es galt, ihn an den Mann zu bringen.

Alnar/Shiman dachte eine Weile lang nach, wie dies zu bewerkstelligen wäre. Schließlich erhob er sich, ging zum Tisch seines Kollegen und nahm den dicken Stapel Papiere an sich, die vor ihm lagen.
Zurück an seinem eigenen Tisch warf er einen Blick auf die Formulare der Lohnbuchhaltung und überlegte kurz, ob er einigen Mitarbeitern vielleicht einen kleinen Bonus gewähren sollte. Er dachte dabei insbesondere an S'Nevael, entschied sich jedoch schnell dagegen; bloß nicht auffallen.
Der Stift raste förmlich über das Papier und nach etwa 2 Stunden war er mit einer Arbeit fertig, die seinen Kollegen für gewöhnlich eine Woche kostete.
Alnar heftete die Blätter ordentlich zusammen, erhob sich wieder und ließ den Stapel geräuschvoll auf Georgios Schreibtisch knallen.
»Wa-as?« rief dieser, als er aus seinem Schlummer geweckt wurde. »Was isn das?«
»Die Lohnabrechnungen dieses Monats« antwortete Alnar und setzte etwas auf, das bei ihm als gewinnendes Lächeln galt.
Sein Kollege blickte ihn verdattert an. »Die ganzen Abrechnungen? Alle? Echt jetzt?«
»Echt jetzt.«
»Bei Zeus haarigen Eiern! Du bist echt ne Wucht, Kleiner.«
»Danke. Du kannst dich dafür gleich revanchieren. Ich müsste mal ne Weile raus.«
»Willst wohl wieder der geilen Neva nen Besuch abstatten, wa?«
Alnar verdrehte die Augen, als er das dreckige Lachen seines Kollegen vernahm, sagte jedoch nur: »Gerüchte verbreiten sich hier schnell. Wer weiß, vielleicht sag ich ja tatsächlich mal hallo.«
»Alles klar, Kleiner. Wenn jemand fragt, sag ich, du wärst aufm Lokus oder so. Jetzt geh und besorgs ihr so richtig, Tiger. Ha!«
Der Ensign eilte aus dem Raum, ehe Georgios ihm weitere seiner sogenannten "guten Ratschläge" mit auf den Weg geben konnte.

Schon an seinem ersten Tag hier, hatte Alnar begriffen, daß neben Latinum auch Gefallen eine gängige Währung waren. Cliquen bildeten sich und verfielen ebenso schnell wieder, jeder hasste die Vorgesetzten und fühlte sich unterbezahlt und mies behandelt (was auch der Wahrheit entsprach) und so wusch eine Hand die andere. Solange es nicht opportun war, einen anderen zu verraten, hielten die Mitarbeiter des Casinos einigermaßen zusammen und durch die Erledigung von Georgios Arbeit, würde dieser ihn jetzt eine Weile decken, falls einer der Bosse reinschaute und ihn nicht an seinem Tisch vorfand.
Er hatte also etwas Zeit.
Als erstes ging Alnar in den Hauptsaal des Casinos und stattete dem Tisch von S'Nevael einen Besuch ab; er winkte ihr zu und sagte kurz hallo.
Der anschließende Weg führte ihn an die Bar, wo es zu dieser Zeit brechend voll war.
Alnar ließ seinen Blick einmal durch die Runde schweifen und konnte sein Glück kaum fassen. Dort an der Theke saß tatsächlich Lieutenant Axevin und der Hocker neben ihm war frei.

Alnar/Shiman ließ sich dort nieder, nickte Axevin kurz und unauffällig zu und wandte sich dann an den andorianischen Barkeeper. »He Vilev, gib mir doch mal nen kleines Ale.«
Der Andorianer blickte auf und erkannte ihn sofort, Bajoraner/Cardassianer waren in diesem Teil des Quadranten sehr selten und fielen entsprechend auf.
»Ah, der Neue. Haste Pause?« fragte er, als er Alnar das gewünschte Getränk einschenkte.
»Nicht offiziell, aber ich musste mal raus. Georgy hat mal wieder seine fünf Minuten, wenn du weißt was ich meine.«
»Darfste nicht drauf achten, Junge. Georgy ist durch und durch ein Schwein, aber harmlos.«
Alnar nickte darauf und meinte:»Da hast du wohl recht. Aber hin und wieder braucht man eine Auszeit von seinem Gelaber.«
Damit fand das Gespräch ein Ende. Der Barkeeper ging ans andere Ende des Tresens, um die Kunden dort zu bedienen und Alnar suchte nun nach einer Möglichkeit, die Pläne an Axevin zu übergeben, der noch immer neben ihm saß und das kurze Gespräch mit angehört hatte.
Ensign Trajis Alnar
Wissenschaftler
U.S.S. New Age

Commander Verian Alin
Leitender Medizinischer Offizier
U.S.S. Galahad

Lieutenant Commander Mathew Ryan Bancroft
Kommandierender Offizier
U.S.S. Spitfire